Alles neu macht der Juli!?

So, endlich kommt wieder Leben in die Bude.

Im Eichi Blog war es in den vergangenen Wochen eher ruhig. Zu ruhig. Das wird sich jetzt wieder ändern.

Was habe ich in der Zwischenzeit getrieben? Natürlich habe ich das üblich nutzlose Wissen angesammelt und erfahren, dass der Slogan “Yes we can” eigentlich von Bob dem Baumeister stammt, dass jeder sechste Internist in Deutschland schon einmal von einem Patienten verprügelt wurde und dass Eichhörnchen auf Litauisch Wowereit heißt.

Gefunden hinterm Kino Babylon in Mitte

Gefunden hinterm Kino Babylon in Mitte

Wenn es im Blog still ist, dann schreibt Eichi meist an anderen Projekten. Gut möglich, dass das Thema Bier hier in der nächsten Zeit ein wenig mehr Raum einnimmt, denn in den vergangenen Monaten habe ich mich aufopferungsvoll durch allerlei Gerstensäfte getrunken, woraus nun tatsächlich zum Herbst ein Buch wird. Bier kann ein wirkliches Vergnügen sein und wenn wir Glück haben, wird Deutschland und auch Berlin künftig die Gelegenheit haben, besser und interessanter zu trinken, als bisher. Wer beispielsweise in der Arminiushalle in Moabit zum “Brewbaker” geht, oder am Alexanderplatz im Kaufhof die Biere am “Braufactum”-Stand probiert, ist im Bilde.

Ansonsten habe ich hier im Blog erstmal frisch begonnen, indem ich meine Favoriten-Empfehlungen überdacht und überarbeitet habe (angeregt durch die Frage von dondecomer nach dem Mao Thai). Man merkt doch, wie schnell es mit der Gastronomie oft geht. Wie schade, wie schnell so manche Neueröffnung abbaut. Und wie großartig, wenn Beständigkeit auf Dauer hervorragenden Genuss garantiert.

Hier die Ergebnisse meiner Überarbeitung (die Neuzugänge sind fett markiert):

Das Noodles & Figli ist aus der Empfehlungsliste geflogen. Unverständlicherweise hat sich das großartige Betreiberpaar von der Spree an die Isar begeben. Ein Entschluss, der maximal aus bierrelevanter Hinsicht nachvollziehbar ist. Sehr schade, dass es auch das L´Ulivo di Elio im Bergmannkiez nicht mehr gibt.

Das Uma ist nach dem Weggang von Tim Raue nach wie vor eine solide Adresse mit inspirierter Küche in sehr besonderem Ambiente. Die benachbarte Shochu Bar scheint sich hingegen auf einem absteigenden Ast zu befinden. Zu filigranen Sake Grundgedanken wird nun polterig Berlinert. Das passt nicht so recht.

Dafür sorgt der neue Barchef, Herr Heißen, im Curtain Club im Ritz Carlton Hotel dafür, dass diese Bar wieder uneingeschränkt unter meinen Empfehlungen aufgelistet wird. Etwas unschlüssig bin ich noch bei der neuen Catwalk Bar im benachbarten Marriott. Sehr interessante Drinks, aber mehr Schatten als Licht beim Service-Personal.

Dann lieber demnächst wieder öfter zu Beckett´s Kopf. Was hier in die Gläser kommt, ist allerfeinste Mix-Kultur. Jedes Detail ist perfekt. Das Glas, das Eis und besonders diese fantastische Minze. Unbedingt einen Julep probieren! Und der Cognac-Sazerac ist für mich der beste der Stadt. Neuerdings überrascht Oliver Ebert durch die Verwendung von Arrak aus Indonesien als basis-Spirituose. Faszinierend.

Mein definitiver Lieblings-Japaner läßt mich regelmäßig nach Steglitz pilgern, wo das Udagawa ein unschlagbares traditionelles Sukiyaki bereitet. Die Konstante Qualität des Daitokai im Europa-Center macht sich derzeit dadurch bemerkbar, dass dort der 30. Geburtstag gefeiert wird. Leider sind die Preise am Abend doch sehr hoch, aber der Mittagstisch lohnt sich immer. Zum Jubiläum bietet dieses japanische Restaurant bis Ende August zudem ein recht lohnendes Geburtstags-Menü an.

Mit dem Kuchi (vor allem der Filiale in Charlottenburg) hält ein alter Klassiker Wiedereinzug in die Bestenliste. Die durchgearbeiteten Nächte der letzten Wochen haben deren Sushi und den Lieferdienst wieder extrem schätzen gelernt. Auf der Kippe steht gerade Mr. Hai Kabuki. Eine Unsitte greift derzeit in etlichen Restaurants um sich, die ich hier eigentlich nicht erwartet hätte. In letzter Zeit ist es mir öfters wiederfahren, dass ein Getränk oder ein Teller angeboten wird, bei dem der Gast den Eindruck bekommt, es handele sich dabei um eine freundliche Geste des Hauses. Die Geste findet sich dann anschliessend eher unfreundlich auf der Rechnung wieder. Bei Mr. Hai waren dies dann knappe 30.- Euronen. Eine Mail-Anfrage dazu blieb unbeantwortet. Allein aus nostalgischen Gründen steht diese Sushi Bar noch in der Bestenliste, das Sushi ist ja nach wie vor gut. Auf einen Besuch dort habe ich aktuell aber keine Lust.

Bei einem meiner China-Favoriten, dem Good Friends, schliesst die Küche jetzt eine Stunde früher, nämlich schon um 01.00 Uhr. Plötzlich merke ich, wie entscheidend diese Stunde zwischen ein und zwei Uhr Nachts für hungrige Nachtschwärmer doch sein kann. Den Ernst der Lage habe ich dem Herrn des Hauses dargelegt. Er versprach halbherzig, die Öffnungszeiten zu überdenken. Nun gut, eine Ecke weiter kocht das Aroma bis nachts um drei Uhr ebenfalls sehr gute kantonesische Küche. Dann geht es hungrig nächstens nächtens halt dorthin.

Zwei Orte schaffen es derzeit, mich jedes Mal mehr als glücklich zu machen, weswegen ich an dieser Stelle noch einmal ganz explizit das Dos Palillos mit seinen asiatischen Tapas loben möchte. Neu gibt es jetzt das Menü Tres Palillos, mit 20 umwerfenden Gängen. Und am Südstern das famose Noi Quattro, wenn es um frische und sehr inspirierte italienische Küche geht. Immer mit der Qual der Wahl zwischen den bewährten Klassikern und dem Überraschungsmenü.

Für Pizzafreunde kommt eine neue Adresse in die Liste, nämlich das Restaurant Paul am Kurfürstendamm. Zuweilen lese ich Beschwerden über das Servicepersonal, die ich keineswegs bestätigen kann. Freundlich und engagiert werde ich beraten und bekomme eine der besten Pizzen des Kontinents.

So, nun bekomme ich wieder Bierdurst und erwäge einen Besuch in der famosen Kneipe Goldesel in Charlottenburg, wo das Motto lautet: Stullen, Bier und Rock´n´Roll. Zu den leckeren Stullen werden 18 Biere angeboten. Darunter Köstlichkeiten wie Tegernseer Spezial und Hell, Aventinus Weizenbock, Andechser, Reissdorf Kölsch, Schlappe Seppel und – vor allem – das geniale Unertl Weißbier!

So. Jetzt aber Prost! Und bis bald!!

Völlig unerwartet: Biergartenwetter im Mai

Die Überschrift mag ungläubiges Staunen hervorrufen, dennoch ist es wahr: am Mittwoch dem 5. Mai 2010 gab es tatsächlich Sonnenschein und eine damit verbundene Illusion von Wärme.

Das schönste Kindl seit langem...

Das schönste Kindl seit langem...

Daher auf in einen der schönsten Biergärten der Stadt. Mitten in Moabit versteckt er sich im Schatten einer meiner Lieblingskirchen,  St. Johannis, einer der Schinkelschen Vorstadtkirchen, die 1835 eröffnet wurde, um das Seelenheil des Proletariats zu gewährleisten. Später hat Stüler den Bau im italienischen Stil mit Campanile und Säulengang erweitert und wundervoll ausgeschmückt. Zumindest außen ist die ursprüngliche Schönheit noch erkennbar, innen fand nach immensen Kriegszerstörungen eine

Eingang zum Sommergarten über den Vorhof der Kirche

Eingang zum Sommergarten über den Vorhof der Kirche

sehr schlichte, wenngleich sehenswerte Rekonstruktion statt.

Mit zum Seelenheil trägt heute der St. Johannis Sommergarten bei. Ein hübsches Idyll im Grünen, von der Kirchenmauer vom Autoverkehr abgeschirmt, mit einem kundigen Mann am Grill und schön gezapftem Weiterlesen

Bye, bye, Bürgerbräu…

“Keinen Tropfen im Becher mehr…” beginnt das Lied “Die Lindenwirtin” von Rudolf Baumbach.

Die Bürgerbräu-Wirtin vom Müggelsee scheint ebenfalls dieser Ansicht zu sein. Vorbei ist´s mit der langjährigen Geschichte einer weiteren Berliner Bier-Traditionsmarke (die 1869 unter dem Namen Lindenbrauerei gegründet wurde). Die letzte größere Brauerei, die noch in Privatbesitz befindlich war, ist verkauft. Ausgerechnet an die Radeberger Gruppe. Offizielle Übernahme erfolgt zum 1. März 2010.

Die Tradition des Bieres in Berlin ist dahin. Vor 100 Jahren war die Zahl der Brauereien noch dreistellig. Jetzt ist aus Vielfalt endgültig Einfalt geworden. Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe übernimmt die Markenrechte von Bürgerbräu und deren Rezepturen.

Sonderlich originell ist diese Entwicklung nicht. Gehört dieser Gruppe doch bereits die komplette Bierlandschaft der Region: Berliner Kindl, Berliner Pilsner, Rex Pils, Schultheiss, Engelhardt und Märkischer Landmann. Nach jeder Übernahme wurde etwas eingestampft und das Angebot noch weiter reduziert. Viele vermissen Biere wie das Patzenhofer oder die Schultheiss Berliner Weisse. Vermutlich hat dann auch bald das Rotkehlchen ausgezwitschert und das Bernauer Schwarzbier ist Schaum von Gestern.

Tina Häring, die Geschäftsführerin von Bürgerbräu in Friedrichshagen gibt an, demnächst ein Öko-Bier unter der Marke “Köpenicker Bürgerbräu” anbieten zu wollen. Soll man das glauben? Funktionieren die Kessel überhaupt noch? Kam doch zuletzt das Berliner Bürgerbräu aus Chemnitz. Seit mindestens zweieinhalb Jahren steht auf der Homepage von Bürgerbräu: “Die Seiten der Berliner Bürgerbräu werden überarbeitet.” Jetzt stimmt das wohl endlich.

Zahlreiche Medien haben bezüglich der Übernahme weitestgehend den üblichen larifari Pressetext übernommen und dahergeleiert. Die Autoren Honert und Hoffmann haben für den Tagesspiegel in ihrem lesenswerten Artikel zurecht etwas kritischere Töne angeschlagen.

Mein Vorschlag: Zeichen setzen gegen den Bier-Einheitsbrei aus Hohenschönhausen. Auf in die kleinen Hausbrauereien, deren Angebot bald der letzte Zufluchtsort für die Liebhaber und Sympathisanten der Berliner Bierkultur sein dürfte. Eilig ins Eschenbräu, hurtig ins Hops&Barley, schnell zum Südstern, marsch ins Marcus Bräu und ran an den Rollberg.

Also, Lindenwirtin, mach den Becher bitte wieder voll! Dann kann das Lied zurecht zu Ende gesungen werden: “Vor ihm stand ein volles Glas,
neben ihm Frau Wirtin saß. Unter der blühenden Linde.”

Bierbrunnen (Mitte)

Hot town, summer in the city. Zwei Stunden geredet, Vortrag zum Alexanderplatz. Durst, Hitze. Man möchte sich förmlich in einen Brunnen stürzen. Anita Ekberg hat hier deutliche optische Vorzüge, mit denen ich DSC02864nicht konkurrieren mag, daher wähle ich den “Bierbrunnen”, im Berlin Carré.

Dieses Berlin Carré fasziniert mich. Ein Biotop mit Menschen, die tatsächlich am Alexanderplatz wohnen. Wer nicht glauben kann, dass der Alexanderplatz eine Wohngegend ist, der gehe hierher und spüre einen Hauch von Hauptstadt der DDR. Zeitzeugen mit spannenden Geschichten. Oftmals sind das für meine Recherchen zu Stadtrundgängen die interessantesten Gesprächspartner, die vor kuriosen Erzählungen nur so sprudeln. Aber zurück zum Bierbrunnen.

Ostberliner Befindlichkeiten begegnen sich am Tresen. Ein solider Kümmerling-Trinker beschimpft den unauffälligen Zeitgenossen am Daddelautomaten und gegen 16 Uhr kommt Uwe, der jeden Anwesenden persönlich begrüsst, auch den unbekanntesten. Täglich ist ab zehne jeöffnet, Sonntags ab 16 Uhr.

manne und kalle“Na, Kalle, nochn Bierschönn?” kommt die Frage der liebenswerten Tagsüber-Bediendame vom Tresen. “Ach, mach noch zweeje!” gibt Kalle zurück. Das zweite wird für Manne sein, der mit am Tresen hockt und den Kopf noch immer schüttelt.

Nicht über die juhu-juxigen Sprüche, die allerorten verzeichnet sind, wie “Nüchtern siehst Du furchtbar aus,” oder “Homedrinking kills Gastwirt”. Nein, ich bin es, dessen Habitus die beiden nicht goutieren können. Weiterlesen

Narkose Stübchen (Schöneberg)

Schankstelle für fortgeschrittene Schluckspechte im Schatten des Schöneberger Rathauses.

Auch Willy Brandt soll seinerzeit ab und an hereingeschaut haben. Brave Sängerknaben bestellen sich besser gegenüber bei Dolce Pizza eine Bionade und halten sich fern von den Abgründen dieser gestandenen Institution des Hochprozentigen.

Narkose StübchenZuständig für die im Namen versprochene Anästhesie ist Wirt Dieter. Sorgfältig zapft er das Berliner Kindl, empfiehlt aber gerne und überzeugend den einen und anderen und x-ten Probierschluck aus seinem umfangreichen Spirituosensortiment.

Die Stammgäste machen sich auf den Hockern am Tresenbereich breit (im wahrsten Sinne) und blockieren (vermutlich absichtlich) den Weg durch den schmalen Schankraum in den winzigen hinteren Sitzbereich. Neuankömmlinge werden mit prüfenden, glasigen Blicken taxiert. Nein, das ist kein Widerspruch.

Im Sommer steigt die Stimmung und ein wesentlicher Anteil des Schanktreibens verlagert sich auf den Gehweg vor dem Lokal. Die Fensterluke zur Straße wird geöffnet. An der Durchreiche ist ein schmales Brett montiert. Breit genug, um darauf die gewünschten Schnapsstumpen zu plazieren.

Vermutlich unnötig, dies zu erwähnen, aber: Das Narkosestübchen ist ein Raucherlokal.

Belziger Straße 73, 10823 Berlin

Jail (Kreuzberg)

Mein Lieblings Gefängnis. Hier ist prächtig einsitzen. Wer sich traut zu klingeln erhält ein gestreiftes Hemd, eine Nummer und wird am Tresen angekettet. Nein, halt, ich scherze nur.

Die Insassen sind freiwillig hier und versammeln sich um den Tresenblock, der die Raummitte ausfüllt. Schwarze Decke, rote Wände. Zahllose Bandplakate. Musik wird aufgelegt: Ska, Punk, Rockabilly, Soul, Reggae. So ist auch das Publikum. Hier Ducktails und Sideburns, da weiße Schminke, schwarzes Leder, silberne Ketten.
Zwischen Eingang und Tresen sind ein paar lederne Sitzgruppen. Darauf sitzen in letzter Zeit immer mehr Gruppen aus GB/USA und trinken Jägermeister. Steht das Jail etwa im Lonely Planet? Mist!
An Flaschenbier wird Becks und Astra gereicht. Hmm.

Ich denke immer, ich bin im ruhigen Séparée vom “Wild at Heart”.
Ein guter Ort, um Nachts um drei noch auf einen Absacker einzubuchten. Hat man seine Zeit abgesessen, wird man auf Bewährung entlassen. Obacht Gefahr: Der Laden ist komplett abgedunkelt. Gleißendes Sonnenlicht blendet bisweilen extremst, beim Verlassen des Zellentraktes.

Dieses Jail-Haus rockt.

Ohlauer Straße 3, 10999 Berlin-Kreuzberg
www.myspace.com/jail_bar

Ankerklause (Neukölln)

Der perfekte Ort, um sich vor ahnungslosen Touristen oder Zuzüglern vom Lande wichtig zu machen und den unerschrockenen Indiana-Kreuzberg zu mimen, der sich verwegen durch den south-of-kotti-dschungel schlägt.

Kreuzberg? Mööhhhp. Hier versagt der Rütli-Telefon-Joker. Wir sind schon in Quartermain-Neukölln auf der bösen Seite des Landwehrkanals.
Trotzdem, dennoch: Kultiges, ursprüngliches, Nietenlederjacken80sBerlin. Bitte??? Es gibt Bitburger vom Fass! Selbiges trinkt aber niemand, der mit Blick auf den Tresen sitzt. Gut, das Personal ist toll, hardcore X-Berg, yesss. Tätowiert, gepierct, cool, schroff im Gesprächsgebaren. Ihr entspannter Umgang mit der Spüle ist womöglich ausschlaggebend dafür, dass hier alle Flaschenbier bestellen. Nämlich Becks und Astra. Hallo?!? Fades Astra trinken, nur weil ein Herz auf der Flasche ist? Engelhardt müsste es hier geben, oder mindestens Schultheiss. Wenigstens kann man Kristallweizen (Schneider) auch aus der Flasche trinken. Weiterlesen

Wirtshaus Wuppke (Charlottenburg)

Gibt es eigentlich Untersuchungen zu Hunden und Passivrauchen? Wenn nein, wäre hier der ideale Ort für eine Studie.

Treue Trinker von Kindl, Köpi und Altbier versammeln sich hier mit ihren zwei- und vierbeinigen Gefährten zu Kartenspiel, Bundesliga und nachbarschaftlichem Palaver. Und zum rauchen. Vielfach hört man husten, bellen, krächzen und kläffen. Die Herkunft der Geräusche ist zumeist nicht eindeutig zuzuordnen.

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Etliche der ehemals hartgesottenen Bastionen von Bierdunst und Rauchschwaden rings um den Savignyplatz haben die Segel gestrichen und die Aschenbecher verschenkt. Wohl an Wuppke, die brauchen nämlich jede Menge davon.
Hier ist sie nämlich, die Zuflucht der Tabakjünger, das Walhalla der Kettenraucher, die Rettung der Streichholzindustrie.

Unter dem Dunst liegt die Erkenntnis, dass es gleichsam Weiterlesen

Westend-Klause (Charlottenburg)

Ich mag Ringelnatz. Er kannte das Leben, die Welt, Berlin. Er war ein solider Trinker. Er trank oft hier, wohnte ja gleich ums Eck am Sachsenplatz, heute Brixplatz. Diese Klause war sein Stammlokal. An seinem Lieblingsplatz hängt ein Gemälde, das ihn zeigt.

Morgens um neune war es oft soweit, dass er hereinspazierte mit seinem Hund “Frau Lehmann” und erstmal einen Aquavit orderte.
“…Wie? Ich sei angetrunken? O nein, nein! Nein!
Ich bin völlig besoffen und hundsgefährlich geistesgestört….”

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Ich mag Engelhardt, das Charlottenburger Pilsener.
Heute ist die verwinkelte Kneipe mit glänzender Zapfanlage noch immer Treffpunkt, auch schon ab morgens um neune. Die Westend Nachbarschaft diskutiert, das Bier wird sorgfältig gezapft und extrem freundlich kredenzt, die Bilder an den Wänden studiert. Viele Gäste sind da dokumentiert. Zelli, der Zeichner; Schmeling, der Boxer; Tilla Durieux die Legendäre. Die Prominenz von heute Weiterlesen

Brauerei Eschenbräu (Wedding)

“Ein Bier in der Not ist ein ganzer Laib Brot!” Nun, es ist nicht die Not, welche den Bierfreund ins Eschenbräu führt, sondern die wahre Lust an der Bierfreude.

Notwendig ist zunächst ein geschärfter Blick, um den Eingang zum Untergeschoss eines Studi-Wohnheimes zu finden, in dem sich Brauerei und Ausschank einquartiert haben. Blitzeblank funkeln die Gärgefässe durch die Fenster und weisen den Weg.

Angekommen in dem rustikalen Keller, unspektakulär dekoriert mit einigen Flohmarktrelikten alter Brauereihinterlassenschaften, platziert sich auch eine grössere Runde an urig-massiven Brauhaustischen. Am Tresen plaudern die üblichen Verdächtigen Weiterlesen