Ankerklause (Neukölln)

Der perfekte Ort, um sich vor ahnungslosen Touristen oder Zuzüglern vom Lande wichtig zu machen und den unerschrockenen Indiana-Kreuzberg zu mimen, der sich verwegen durch den south-of-kotti-dschungel schlägt.

Kreuzberg? Mööhhhp. Hier versagt der Rütli-Telefon-Joker. Wir sind schon in Quartermain-Neukölln auf der bösen Seite des Landwehrkanals.
Trotzdem, dennoch: Kultiges, ursprüngliches, Nietenlederjacken80sBerlin. Bitte??? Es gibt Bitburger vom Fass! Selbiges trinkt aber niemand, der mit Blick auf den Tresen sitzt. Gut, das Personal ist toll, hardcore X-Berg, yesss. Tätowiert, gepierct, cool, schroff im Gesprächsgebaren. Ihr entspannter Umgang mit der Spüle ist womöglich ausschlaggebend dafür, dass hier alle Flaschenbier bestellen. Nämlich Becks und Astra. Hallo?!? Fades Astra trinken, nur weil ein Herz auf der Flasche ist? Engelhardt müsste es hier geben, oder mindestens Schultheiss. Wenigstens kann man Kristallweizen (Schneider) auch aus der Flasche trinken. (mehr…)

Veröffentlicht in:  on 28. Januar 2009 at 23:59 Kommentar schreiben
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Mauercafe (Wedding)

Die Touristen haben es glücklicherweise noch nicht entdeckt, das kleine Café um die Ecke der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße.

Das Haus beherbergt eigentlich das Lazarus Pflegekrankenheim, daher sind Patienten mit ihrem Besuch häufige Gäste. Dazu gesellen sich Kiezanwohner und zahlreiche Reiseleiter und Busfahrer, die ihre Gäste in der Gedenkstätte gut beschäftigt wissen.
Alle schätzen die familiäre Ansprache und die günstigen Frühstücksmöglichkeiten, genau wie Bouletten und Würste für zwischendurch.
Ich selbst komme wegen der Torten her. Jeden Tag (mehr…)

Veröffentlicht in:  on 16. November 2008 at 02:23 Kommentar schreiben
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Gainsbourg (Charlottenburg)

Eine Bar als begehbarer Nachruf auf einen Musiker, Trinker, Raucher von Format. Seit 1994 treten Cocktailfreunde in ein kleines Stück Frankreich ein und werden mit hervorragenden Drinks beglückt.

Aus den Boxen klingt die passende Musik, teils von Serge selbst, aber immer mit einem Hauch von Chanson, nichts aufdringliches. Dezentes Licht um die Tische, etwas heller am Tresen. Die Wände sind teils nackter, grober Backstein, teils mit Bildern dekoriert, die Gainsbourg zeigen und Damen wie Cahtherine Deneuve und Brigitte Bardot. Haben die seine Lieder nicht auch gesungen?
Musiziert wird regelmäßig auch während der Fete de la Musique, da sind die Darbietungen im Gainsbourg schon absoluter Kult. Allerdings muss man früh da sein.

Die Drinks sind spitzenklasse. Mit Preisen um die 9,50 Euro für die Cocktails gehört diese Bar zum oberen Preissegment, dafür werden beste Zutaten verwendet. Vieles an Säften und Pürees wird ganz frisch hergestellt.
Mein Lieblingsdrink ist der „Rastaman“, der fruchtig erfrischt und in rot-gelb-grün geschichtet, auch optisch ungewöhnlich an den Tisch kommt. Neben diesem Drink, sollte man unbedingt auf die zahlreichen Eigenkreationen schauen, wie „Juliette Greco“ mit Mandarinenlikör, Rum, Vanille, oder „6.35″ mit Vodka, Ingwer und Cinzano, die zeigen, wie kreativ das Barteam über die Jahre hinweg geblieben ist.

Ich kenne das Gainsbourg in drei Varianten.
Zu Beginn eines Abends mit nur wenigen Gästen. Ruhig. Zeit für einen Plausch mit Stammgästen, Gläser werden sorgfältig poliert. Ein Bier, ein Champagner, ein Cocktail hier und da.

Am späteren Abend, vor allem am Wochenende platzt der kleine Laden aus allen Nähten. Die Musik ist nun lauter, die Luft ist angereichert mit Blut, Schweiß und Tränen, nur der Rauch ist seit 2008 etwas weniger geworden. Geschickt bewegt sich die Bedienung im Slalom um die vielen Gäste zu den Tischen. Professionell. Auch im Hochbetrieb bleibt niemand unbeachtet.

Im Sommer ist es im Vorgarten am schönsten, wenn hinter Hecken geschützt, der Blick auf das Treiben rings um den Savignyplatz fällt und von der Terasse des spanischen Lokals nebenan das Tellerklappern und Gemurmel dazu kommt.
Also: ein Ort für viele Stimmungen.

Savignyplatz 5, 10623 Berlin-Charlottenburg
www.gainsbourg.de

Restaurant Bistro Le Piaf (Charlottenburg)

Ich sag´ es gleich, ich bin ein Fan. Das Entrecote mit der Sauce Bernaise ist in Berlin unübertroffen.

Es geht quer durch Frankreichs Küche, auf bodenständige Art und Weise.
Die Tafel mit den tagesfrischen Empfehlungen konkurriert stets mit der ständigen Karte, die im Schallplattendesign Nostalgien herbeizaubert. Motto-Wochen, knackige Frische der Zutaten und die liebevolle Betreuung durch den Patron und seine engagierten Servicekräfte lassen viele der Gäste zu Wiederholungstätern werden.
Leider hat man (mehr…)